Die Klettererdbeere wird 70 Jahre alt

Am 11. Januar 1956 erschien im Spiegel tatsächlich ein Artikel, dieser sich mit einer Erdbeere auseinandersetzte, die weiland (Zitat) „die Vereinsblätter der Kleingärtner und Schrebergärtnervereinigungen spaltenlang füllte“ und die in Millionenauflage mit Prospekten den „staunenden Gartenfreunden die größte Sensation im Beerenobstbau“ verhieß.

Auch die Tageszeitung „Die Welt“ philosophierte: „In der stillen bescheidenen Welt der Pflanzen gibt es noch Sensationen, Neuschöpfungen der Natur, die dem Begriff ‚Wunder‘ oft am nächsten kommen, weil sie empfindsam ausgewogen sein müssen zwischen dem Wollen des menschlichen Verstandes und dem Können der natürlichen Schöpfungskraft.“

Im Zentrum dieser überschwänglichen Berichterstattung stand die erste immertragende Klettererdbeere, die am Stock, am Gitter, am Maschendraht, in Schalen, Töpfen, Kübel, Balkonkästen und Terrassen und an Hauswänden kultiviert werden konnte. Niemand sollte sich zu Gunsten von eine Erdbeere noch bücken sollen, denn man konnte die langen Ranken solange bis in darüber hinaus zwei Meter Höhe an Gittern und Stäben vorwärts zur Folge haben und solange bis zum ersten Frost sollten sie wunderbare, glänzend rote und vollaromatische Früchte garantieren.

Die erste Klettererdbeere hieß ‘Sonja Horstmann’

Reinhold Hummel

Reinhold Hummel mit seiner ersten Klettererdbeere – sie erhielt den Sortennamen ‘Sonja Horstmann’

Das Patent und dieser Warenzeichenschutz zu Gunsten von die Spaliererdbeere wurden vom damaligen Großgärtner Horstmann angemeldet, dieser wegen seiner großen Versand-Abteilung mit 360 Angestellten denn „der Neckermann unter den Gärtnern“ bezeichnet wurde. Horstmann war schon nur dieser Vermarkter. Der Züchter dieser Klettererdbeere war Reinhold Hummel aus Weilimdorf im Kontext Stuttgart. In strenger Klausur, höchst okkult und zu Gunsten von heutige Verhältnisse in erstaunlich kurzer Zeit hatte dieser Gärtnermeister die Wundererdbeere geschaffen. Aus einer seitdem 1940 bekannten, zweimal im Jahr tragenden Erdbeersorte und anderen Züchtungen hatte er die rankende Sorte ‘Sonja Horstmann‘ durch unermüdliche Kreuzung und Auslese herangezogen. An dieser Stelle überrascht im „Spiegel“ eine Fußnote, in dieser er erklärt, welches Kreuzung heißt: „Übertragung der Pollen einer Pflanze auf die Narbe der Blüte einer Pflanze mit anderen Erbanlagen.“

Aber dasjenige Wochenmagazin sparte ebenfalls nicht am köstlichen Detail: „Als Reinhold Hummel zum ersten Mal eine Portion seiner Erdbeeren mit Schlagsahne verzehrte, registrierten seine Geschmacksnerven noch einige Nuancen, die seiner idealen Vorstellung von der Vollkommenheit seiner Züchtung nicht ganz entsprachen. Er experimentierte jahrelang geduldig weiter, bis er endlich mit dem Resultat zufrieden war.“ „Es ist eine dicke, saftige, vollaromatische Gartenfrucht geworden, von einer gesunden Robustheit wie sie sich der Gärtner wünscht,“ wurde Hummel weiland im Spiegel zitiert.

Eines dieser ersten Meristemlabore in Deutschland

In dieser Zwischenzeit hat sich viel getan und dieser Spaliererdbeere sind weitere schmackhafte Sorten gefolgt. Die wichtigste Frucht ist schon die Klettererdbeere geblieben. Der Sorte ‘Sonja’, folgte die ‘Sonjana’ und ihr dieser ‘Klettertoni’, an dem die Gärtnerei Hummel ebenfalls heute noch arbeitet, um die Klettererdbeere von einst an die sich ständig verändernden Klima- und Witterungsbedingungen anzupassen. Übrigens: Um gesunde Jungpflanzen in großen Mengen heraufziehen zu können, baute Reinhold Hummel zusammen mit seiner Tochter Sonja schon in den 1970-er Jahren seine Garage zu einem dieser ersten Meristemlabore in Deutschland aus.

Seit 2016 arbeitet die Gärtnerei Hummel in Partnerschaft mit dem Unternehmen Helix-Pflanzen. Helix kultiviert die in vitro vermehrten Erdbeer-Jungpflanzen solange bis zur Verkaufsreife und kümmert sich um den Vertrieb. So nach sich ziehen dieser heutige Hummel-Geschäftsführer Lothar Schatz und sein Team die Hände ungezwungen zu Gunsten von dasjenige, welches sie am liebsten tun: neue, hoch aromatische Erdbeer-Sorten zu Gunsten von den Hobby-Gartenbau züchten.

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